Städtisches Gymnasium Mittweida

Exkursion nach Theresienstadt

 

Es ist wohl kein Geheimnis, dass die Verfolgung von Menschen bestimmter Herkunft, Kultur und Religion zur Zeit des Nationalsozialismus in der Errichtung von Ghettos, Konzentrationslagern und schließlich Vernichtungslagern ihren Höhepunkt fand.

Aus vielen Geschichtsstunden konnten wir, die Schüler der zwölften Klasse des Städtischen Gymnasiums Mittweida, bereits Wissen über die Gräueltaten der Nationalsozialisten sammeln. Doch am Montag dem 19.11.2018 erhielten wir während einer Exkursion im Rahmen des Aktionsplanes „Toleranz ist ein Kinderspiel“ des Landkreises Mittelsachsen die Gelegenheit, einen realistischen Eindruck einer solchen Stätte der Unterdrückung, Folter und Gewalt zu gewinnen. Gut in Winterjacken gehüllt, um der Kälte des Novemberwetters zu trotzen, führte uns eine Busfahrt nach Tschechien. Genauer gesagt nach Theresienstadt. Dort befindet sich eine einst von Josef dem Zweiten zum Schutz Prags gegen Preußen erbaute Festung, welche die Nationalsozialisten in der Zeit von 1940 bis 1945 als Gestapo-Gefängnis und Ghetto nutzten.

In Gruppen erhielten wir zunächst eine informative und spannende Führung durch die Anlagen der kleinen Festung, welche zur Zeit des „Dritten Reiches“ als Gefängnis diente. Besonders ergreifend war es für die meisten von uns, zu sehen, unter welchen Bedingungen die in Theresienstadt inhaftierten Menschen ausharren mussten.

Im Anschluss zur Besichtigung der Kleinen Festung bot sich uns die Möglichkeit, das Museum über das Ghetto Theresienstadt in der Garnisonsstadt zu erkunden. Sehr detailliert und anschaulich wurde hier das Leben der Juden auf ihrer Zwischenstation zur endgültigen Deportation in eines der Vernichtungslager dargestellt. Das Ghetto Theresienstadt, das ursprünglich nur Sammel- und Durchgangslager für die Juden aus Böhmen und Mähren sein sollte, wurde auch zu einem sogenannten Altersghetto für Häftlinge aus Deutschland und den anderen von den Nazis okkupierten Ländern. Es erfüllte gleichzeitig drei Aufgaben: Es war Transitlager, diente der Dezimierung und der Propaganda. Von der Entstehung des Ghettos bis zum 20. April 1945 wurden ungefähr 140 000 Männer, Frauen und Kinder aus fast ganz Europa nach Theresienstadt deportiert. Zudem trafen bei Kriegsende wegen der vorrückenden Front im Osten noch mehr als Fünfzehntausend weitere Häftlinge aus bereits geräumten Konzentrationslagern ein, die in der Mehrzahl schwer krank waren oder sich am Rande völliger Erschöpfung befanden. Mit ihnen wurde auch eine Typhusepidemie ins Ghetto eingeschleppt, die noch in den ersten Wochen nach der Befreiung Hunderte von Opfern forderte.

Sicher werden wir in Zukunft gern erneut die Schulbank gegen eine so informative Exkursion wie diese eintauschen und das gesammelte Wissen gut in Erinnerung behalten.

       

 

Theresa Spycher und Anne Weißbach/ 12ge2

 

 

 

Umfrage zur Neugestaltung der Schulhomepage



Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok